Was will ich? Welche Ziele und Erwartungen habe ich? Was soll entstehen?

  • Sie möchten Ihre Wohnsituation verbessern oder ein Haus Ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend umbauen? Sie träumen vom Wohnen in den eigenen vier Wänden? Die Anlässe sich einem privaten Bauvorhaben zu widmen, können sehr unterschiedlich sein. Der Umfang der geplanten Maßnahme ebenso. Allen gemeinsam ist, dass Sie eine Vielzahl an Entscheidungen und Abwägungen im Vorfeld zu treffen haben, bevor die eigentliche Baumaßnahme beginnt.
  • Die beigefügten Checklisten und Fragestellungen sollen Ihnen helfen, Ihre Vorstellungen zu konkretisieren und Vor- und Nachteile einzelner Varianten abzuwägen. Finden Sie heraus, was Sie sich wünschen – heute und in der Zukunft – und was Sie sich leisten können und wollen. Bevorzugen Sie die Atmosphäre eines Altbaus oder die eines Neubaus? Dient die Wohnung nur dem Wohnen oder soll ein Heimarbeitsplatz integriert sein? Wie können Sie durch energetisches Bauen die Umwelt schonen und spätere Betriebskosten einsparen?
  • Betrachten Sie Ihr Bauwerk als ein System, in dem die verschiedenen Teile zusammenwirken und aufeinander abgestimmt werden müssen. Das wird z. B. in einer guten Energienutzung oder ganzheitlichen Planung deutlich, die unterschiedliche Belange (u. a. Konstruktion, Statik, Bauphysik, Materialien, Gestaltung, Kosten) integriert.

Neubau: Wo will ich wohnen?

Was muss ich bei der Grundstückssuche berücksichtigen?

  • Wenn Sie sich für den Bau eines Hauses entscheiden, lassen Sie sich bei der Grundstückssuche Zeit und wägen Sie ab, wo Sie sich wohl fühlen. Die Lage und Nähe zu Infrastruktureinrichtungen haben einen hohen Anteil an der Wohnqualität. Sie sind aber auch entscheidend für den Preis. Welche Anforderungen haben Sie an den Zuschnitt des Grundstücks und die Nachbarschaft? Welche Infrastruktureinrichtungen sollen fußläufig oder mit dem ÖPNV erreichbar sein? Welche Faktoren machen das Wohnen im vorgerückten Alter angenehm? Legen Sie Ihre Prioritäten fest. Einen Überblick über die aktuellen Preisspiegel des Grundstücksmarktes können Sie sich bei den Gutachterausschüsse
    des jeweiligen Bundeslandes oder Ihrer Gemeinde verschaffen.
  • Eine Alternative zum Grundstückskauf ist die Erbpacht, meist für 99 Jahre, von Flächen der Gemeinde, der Kirche oder auch von Privatpersonen. Der Erbpachtnehmer zahlt einen Erbpachtzins in der Regel von vier bis sechs Prozent des Grundstückswertes im Jahr.
  • Beachten Sie, dass es für Änderungen an Bauwerken oder die Bebaubarkeit von Grundstücken (städtebauliche und bauordnungsrechtliche) Regeln gibt. Im Bebauungsplan kann zum Beispiel die Bauweise, die Anzahl der erlaubten Geschosse oder eine Dachform festgelegt sein. In anderen Fällen kann sich die Bebaubarkeit auch nach den Eigenarten der näheren Umgebung richten. Auch der Denkmalschutz ist zu beachten. Auskunft hierüber erhalten Sie bei der Gemeinde oder dem zuständigen Bauamt.
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In welcher Form will ich mein Bauvorhaben realisieren?

Mit wem möchte ich bauen?

Kleinere Sanierungs- und Umbauarbeiten

  • Bei kleineren Sanierungs- und Umbauarbeiten können Sie direkt ein Bauunternehmen oder einen Handwerksbetrieb beauftragen. Auch hier kann es sinnvoll sein, einen Architekten / Ingenieur hinzuzuziehen. In jedem Fall sollten Sie einen unabhängigen Vertrauenspartner dabei haben.

Neubau sowie größere Sanierungs- und Umbauarbeiten

Wenn Sie sich für den Bau eines Neubaus entschieden haben, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten Ihren Wunsch zu realisieren:

  • Sie können ein Haus von einem Bauträger kaufen. Der Bauträger kümmert sich um die Beschaffung des Grundstücks, die Planung und den schlüsselfertigen Bau des Hauses. Die Umsetzung individueller Wünsche ist mit Mehrkosten verbunden. Festpreisgarantien sind möglich. In jedem Fall sollten Sie einen unabhängigen Vertrauenspartner hinzuziehen, der Sie berät, da in dieser Konstellation sonst keine unabhängige Kontrolle für Sie möglich ist.
  • Wenn Sie bereits ein Grundstück erworben haben, können Sie mit dem Bau des Hauses einen Generalunternehmer / -übernehmer (GU) beauftragen. Er koordiniert alle Gewerke. Eingeschlossen in seiner Leistung ist in der Regel auch die Planung durch einen Architekten / IIngenieur. Falls bei einem GU Leistung die Planung nicht inbegriffen ist, sollten Sie einen Architekten / Ingenieur hinzuziehen.
  • Architekten / Ingenieure unterstützen Sie von der Grundstückssuche über die Finanzierung, Beantragung von Fördergeldern, Planung, Genehmigung und Ausschreibung bis hin zur Überwachung der Bauausführung und Abnahme des Bauvorhabens.

Möchten Sie in einer eigenen Wohnung und in Gemeinschaft leben und gemeinsam bauen, dann besteht die
Möglichkeit der Gründung einer Baugemeinschaft. Sie ist der Zusammenschluss mehrerer privater Bauherren. Die Verbraucherschutzverbände der Bauherren oder ein Architekt / Ingenieur beraten Sie bei der Umsetzung ihrer Vorstellungen bis hin zur Vermittlung der Einzelinteressen.

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Welche finanziellen Möglichkeiten habe ich?

Lassen sich meine Wünsche realisieren?

  • Grundlage jeglicher Finanzplanung ist eine realistische Kostenplanung. Neben der Kosten für Planung und Bauausführung sollten im Kostenplan auch weitere Aspekte berücksichtigt werden wie zum Beispiel: Erschließungskosten, Vermittlungsgebühren, Grunderwerbssteuern, Kosten des Betriebs und der Erhaltung des Bauwerkes für Energie, Wasser / Abwasser, Abfall und Reinigung, Instandhaltung.
  • Eine sorgfältige Planung ist eine belastbare Grundlage der Finanzierung. Der Finanzierungsplan setzt sich aus dem verfügbaren Eigenkapital, einem ggf. vorhandenen Grundstück, dem erforderlichen Fremdkapital sowie der realistisch kalkulierten Eigenleistung zusammen. Berücksichtigen Sie hierbei auch die Doppelbelastung aus Miete und Kreditzins während der Bauzeit sowie Instandhaltungsrücklagen nach Einzug.
  • Planen Sie für Unvorhergesehenes und zur Behebung von Problemen in der Planung und Ausführung Reserven zu Ihrer Sicherheit ein. Da jedes Bauprojekt ein Unikat ist, kann es trotz sorgfältiger Planung im Bauverlauf immer zu zusätzlichen Aufwänden, aber auch zu anderen Wünschen Ihrerseits kommen. Darauf sollten Sie vorbereitet sein.
  • Experten empfehlen einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent der Gesamtbaumaßnahme. Ihr monatliches Nettoeinkommen minus Ihre monatlichen Ausgaben ergibt den Betrag, den Sie zur Finanzierung Ihrer Immobilie einsetzen können. Überlegen Sie, ob Sie selber Leistungen erbringen können. Lassen Sie sich bei Eigenleistungen von Ihrem unabhängigen Vertrauenspartner beraten. Denken Sie bei Eigenleistungen daran, dass mitarbeitende Familienmitglieder oder andere Helfer unfallversichert sein müssen. Bewerten Sie bei der Planung Ihre Eigenleistungen vorsichtig; die Planung sollte alle finanziellen Aufwendungen realistisch umfassen.
  • Bei der Baufinanzierung durch die Bank haben Sie im Wesentlichen zwei Modelle zur Auswahl: Beim Annuitäten-Darlehen erfolgt die Rückzahlung zu einem festgesetzten Zinssatz durch gleichbleibende Monatsraten über die vereinbarte Laufzeit. Beim endfälligen Darlehen zahlen Sie den geliehenen Betrag zu einem vereinbarten Zeitpunkt in einer Summe zurück. Der Vergleich von Angeboten unterschiedlicher Kreditinstitute lohnt sich.
  • Informieren Sie sich über Fördermöglichkeiten. Kredite der KfW-Bank greifen insbesondere bei Energieeinsparmaßnahmen und altersgerechtem Umbau. Kommunale und Landesfördermittel werden häufig einkommensschwächeren und kinderreichen Familien gewährt, insbesondere zur Stabilisierung von Innenstadtlagen oder zur Förderung der Dorfinnenentwicklung. Die Verbraucherschutzverbände der Bauherren oder ein Architekt / Ingenieur beraten Sie dazu.
  • Sollte die ermittelte Kreditrate Ihre finanziellen Möglichkeiten sprengen, denken Sie über Einsparpotentiale nach. Ist das Raumprogramm zu groß? Können preiswertere Materialien gewählt werden? Müssen Abstriche in der Lage des Grundstücks erfolgen? Die Verbraucherschutzverbände der Bauherren oder ein Architekt / Ingenieur beraten Sie dazu.

In einigen Qualitätssiegeln der Netzwerkpartner der Offensive Gutes Bauen ist eine neutrale Unterstützung durch Sachverständige vom Angebot bis zur Abnahme enthalten, zum Beispiel HessenDach®, BayernDach®. Die Verbraucherschutzverbände der Bauherren oder ein Architekt / Ingenieur beraten Sie dazu.

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