Was kann ich dazu beitragen, dass meine Baustelle gut läuft?

  • Auch wenn Sie als Bauherr kein Baufachmann sein sollten, können Sie viel dazu beitragen, dass Ihre Baustelle gut läuft. Beachten Sie, dass der abgestimmte Terminplan mit Planungs- und Bauabläufen fortgeschrieben wird (z. B. Verantwortlichkeiten, Koordination unterschiedlicher Unternehmen).
  • Machen Sie allen Handwerkern und Unternehmen deutlich, wie Sie sich die Arbeiten auf Ihrer Baustelle vorstellen – zum Beispiel: Die Baustelle soll sauber sein. Die Baumaterialien sollen ordentlich gelagert sein. Die Nachbarn sollen möglichst immer informiert sein, wenn es laut wird oder wenn es zu anderen Beeinträchtigungen kommt.
  • „Drei Bausteine für eine neue Qualität des Bauens“ der Offensive Gutes Bauen nutzen.
  • Ziehen Sie Ihren Vertrauenspartner hinzu, der Sie unterstützt, die Arbeiten zu überprüfen und abzunehmen. Informieren Sie darüber alle Beteiligten. Eine fachkundige Kontrolle trägt zu einer sorgfältigeren Arbeit bei.
  • Machen Sie deutlich, dass Sie rechtzeitig informiert werden wollen, bevor es zu Arbeiten kommt, durch die die Kosten steigen. Überprüfen Sie regelmäßig die Zeitplanung und die Kostenentwicklung. Sprechen Sie bei Abweichungen direkt mit dem Baubetrieb bzw. mit Ihrem Architekten / Ingenieur.
  • Behalten Sie die Kostenentwicklung für Ihr Bauvorhaben im Blick und überprüfen Sie diese regelmäßig. Erstellen Sie sich einen übersichtlichen Kostenentwicklungsplan, mit dem Sie Ihre Kosten- und Finanzplanung mit die laufenden Ausgaben abgleichen und die Entwicklung schnell überblicken können.

Bei kleinen Baumaßnahmen kümmern Sie sich als Bauherr im Detail um diese Aufgaben. Wenn Sie einen Architekten / Ingenieur beauftragt haben, gehören diese Aufgaben zu seinen Leistungen. Aber auch dann sollten Sie sich regelmäßig mit dem Architekten / Ingenieur abstimmen und die Abläufe kontrollieren.

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Wie kontrolliere ich die Bauarbeiten und wie gehe ich mit Mängeln um?

  • Die regelmäßige Kontrolle der Bauarbeiten hilft Ihnen als Bauherr, Ihre Vorstellungen mit der konkreten Umsetzung abzugleichen. Wird das Bauvorhaben so umgesetzt, wie es geplant wurde und wie Sie sich das vorstellen?
  • Je früher Planabweichungen und Mängel erkannt werden und je sorgfältiger die Bauarbeiten gemeinsam überprüft werden, je weniger Ärger gibt es. Eine baubegleitende Qualitätskontrolle trägt zu einer sorgfältigeren Arbeit bei. Ein konstruktiver Umgang mit Beanstandungen und Mängeln und deren Beseitigung werden dadurch zu guter Routine.
  • Grundlage für Ihre Kontrolle sollten die Vertrags- und Planungsunterlagen und die Leistungsbeschreibung sowie der Terminplan mit Planungs- und Bauabläufen (siehe Schritt 3) sein.
  • Bei kleineren Bauvorhaben führt der Bauherr die Kontrolle gemeinsam mit dem Baubetrieb selber durch. Ist ein Architekt / Ingenieur beauftragt, dann übernimmt dieser die Aufgabe, aber auch hier sollte der Bauherr in regelmäßigen Abständen auf der Baustelle dabei sein.
  • Bewährt hat sich ein Bautagebuch. Bei größeren Bauvorhaben ist dies Pflicht. In dem Bautagebuch werden alle wichtigen Informationen zum Bauablauf dokumentieren, z. B. Informationen zur Bauausführung, Absprachen und Änderungen, festgestellte Mängel. Wenn Sie einen Architekten / Ingenieur haben, führt er für Sie das Bautagebuch. Die Dokumentation ermöglicht, Vereinbarungen und Absprachen im Konfliktfall nachweisen zu können.
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Wie gehe ich mit Änderungen während der Bauarbeiten um?

Die Leistungsbeschreibung sollte möglichst so sorgfältig sein, dass sich keine Änderungen während der Bauausführung ergeben. Änderungen während der Bauarbeiten sind fast immer mit Kostensteigerungen und Terminveränderungen verbunden. Trotzdem können sich Änderungen aus dem Bauablauf ergeben – vor allem beim Bauen im Bestand. Da ein Bauwerk ein Unikat ist, kann dies immer geschehen. Es kann aber auch sein, dass Sie selber während der Bauarbeiten feststellen, dass Sie etwas anders umgesetzt haben wollen, als geplant.

  • Für alle Änderungen – ob von Ihnen erwogen oder durch den Bauablauf erzwungen – gilt: Sie müssen wissen, welche Kosten auf Sie zukommen und ob die Terminverschiebungen für Sie akzeptabel sind, bevor die Änderung umgesetzt wird. Suchen Sie gemeinsam mit dem Baubetrieb bzw. dem Architekten / Ingenieur nach für Sie machbaren Lösungen.
  • Nicht geklärte Folgekosten von Änderungswünschen im Bauprozess sind sehr oft Ursache für späteren Ärger und übersteigen häufig auch den geplanten Finanzrahmen. Machen Sie allen Beteiligten deutlich, dass keine Änderungen umgesetzt werden, bevor Sie ausdrücklich zugestimmt haben.

Änderungen während der Bauausführung

Woran muss ich bei der Bauabnahme denken?

  • Bereiten Sie sich zusammen mit Ihrem Architekten / Ingenieur bzw. Ihrem Vertrauenspartner
    sorgfältig auf die Bauabnahmen vor und überlegen Sie, auf was Sie achten müssen.
  • Machen Sie sich bewusst, dass die Abnahme eine wichtige rechtliche Funktion für Sie und alle Vertragspartner besitzt. Mit der Bauabnahme kehrt sich die Beweislast um: Bis zur Abnahme muss der Bauunternehmer beweisen, dass seine Leistung mangelfrei ist; nach der Abnahme müssen Sie beweisen, dass die Leistung mangelhaft ist. Führen Sie die Abnahme deswegen sorgfältig durch.
  • Lassen Sie sich fachkundig bei der Bauabnahme unterstützen. Ziehen Sie Ihren Architekten / Ingenieur bzw. Ihren Vertrauenspartner, hinzu. Bezahlen Sie keine Schlussrechnung vor der abschließenden Bauabnahme.
  • Vergessen Sie nicht, sich eine Bauwerksdokumentation übergeben zu lassen mit Planungsunterlagen, technischen Nachweisen, Lieferscheinen zu den verbauten Materialien sowie Bedienungs- und Wartungsanleitungen.
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